Jesuit Volunteer Luis Lütkehellweg

lebt für ein FSJ seit Anfang August in Darjeeling, Indien

Ein Wochenende in der Zivilisation

Der Teacher’s Day war nicht die einzige Aktivität der Lehrer im sich neigenden Monat. Eine Woche später ging es auf eine Lehrerfortbildung in der North Point School in Darjeeling, einem von Jesuiten geführten Internat in Darjeeling, das zu den besten Indiens gehört.

Die Fortbildung war eigentlich für die Lehrer der North Point School, aber da Father Henrys Jesuitenkommunität in der Schule ist und so eine ziemlich gute Verbindung besteht, durften auch wir von der Dorfschule mit 62 Schülern an der Fortbildung teilnehmen.
Ein Jesuit hat anderthalb Tage über die Grundlagen der Psychologie und die Anwendung in der Schule referiert. Keine Angst, damit werde ich euch jetzt nicht quälen 😉 . Vieles kam mir allerdings zumindest in Ansätzen auch schon aus dem Pädagogikunterricht bekannt vor.

Trotzdem hat sich die Fortbildung gelohnt. Für die Lehrer, für die das meiste sehr neu gewesen sein muss, vor allem der unterschwellige Appell, dass man seine Schüler nicht langfristig durch Gewalt ändert. Aber auch für mich. Das beste an diesem Wochenende war weder die Matratze, noch das westliche(re) Frühstück, sondern die Gespräche, die nach einem Monat endlich mal andere Themen hatten als die Pflanzen im eigenen Garten. Über Deutschland, den Rhein, IT-Projekte, Psychologie und Pädagogik, aber auch über Musik, Rammstein und Tokio Hotel. Das tat überraschend gut, reicht das Englisch der meisten Menschen hier auf dem Dorf eben nur aus, um die Namen der Pflanzen zu nennen, die sie anbauen oder einem die Tiere zu zeigen.

Die Fortbildung ging vom Freitag morgen bis samstags nach dem Mittagessen. Danach stand noch ein eigentlich kurzer Besuch im Hayden Hall auf dem Programm, das die Schule hauptsächlich finanziert. Außerdem sollte ich eine Gelegenheit bekommen, Lara wiederzusehen. Aus diesem kurzen Aufenthalt wurden für mich aber 2 Tage. Die Lehrer fuhren nach dem Tee zurück nach Sittong, Father Henry hatte noch Arbeit in der North Point School zu erledigen und ich hatte vorgeschlagen, im Hayden Hall zu übernachten und am nächsten Morgen mit ihm zurückzufahren.

Aber da er am Montag wieder nach Darjeeling musste, und dann mit dem Auto statt mit dem Motorrad, wurde mein Aufenthalt einfach bis montags verlängert. Umso besser: Denn Lara und ich hatten uns schließlich einen Monat nicht gesehen, viel war in dieser Zeit geschehen, über das man sich bei einem abendlichen Portwein und Bier unterhalten kann.

Und außerdem hatte ich so Zeit, am Sonntag mit Donavin, einem Lehrer aus der North Point School shoppen zu gehen. Ich brauchte nämlich einen Anzug, denn ich bin an der Schule eindeutig underdressed…gesagt getan, wenn ich nächste Woche wegen der Pooja Holidays wieder in Darjeeling bin, bin ich Besitzer eines maßgeschneiderten Anzugs.

Lara war während unserer Shoppingtour im Goodwill Center, um Kunstunterricht zu geben. Danach stieß sie zu uns, um mit uns zu Mittag zu essen und dann wieder von uns, weil es ihr nicht so gut ging. Donavin und ich nutzen den frühen Nachmittag noch aus, um ein Bier zu trinken.

Und so endete ein Wochenende voller toller Gespräche, mit Lehrern aber natürlich auch mit Lara!

Am Montag Abend kam ich nach einigen Verkehrsschwierigkeiten und einer langen Reise wieder in Sittong an und unterrichte in der Schule. Doch am kommenden Donnerstag fangen meine ersten Ferien an – es geht wieder nach Darjeeling, um die anderen Freiwilligen zu treffen und von dort aus nach Sikkim, Indiens kleinsten Bundesstaat, ganz im Norden!


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