Jesuit Volunteer Luis Lütkehellweg

lebt für ein FSJ seit Anfang August in Darjeeling, Indien

Aus meinem neuen Zuhause

Seit dem Morgen des letzten Dienstags bin ich jetzt aus Darjeeling weg. Nach dem Frühstück habe ich mich von Lara verabschiedet und dann begann die Fahrt nach Sittang. Ob es zweieinhalb oder drei Stunden waren, kann ich gar nicht genau sagen, wohl aber dass es eine sehr schöne, wenn auch huckelige Strecke war. Vor allem nachdem wir die Hauptstraße verlassen hatten, wurden die Straßenverhältnisse abrupt schlechter. Das ging soweit, dass Virgil, der auch mit im Auto saß, von „Ich sollte ein Video aus dem Auto posten sagen, es wäre ein Erdbeben. Man würde es mir glauben!“ bis „Wir sollten anfangen diese Krater nach Jesuiten zu benennen, wie man es auf dem Mond auch gemacht hat!“ witzelte.

Halbstündige Wanderung durch Blutegel?


Schon auf der Fahrt kündigte Father Paul an, dass wir von der Straße noch eine halbe Stunde durch hohes Gras mit einer Art Blutegeln laufen müssten. Gott sei Dank lag das Häuschen von Father Henry aber nur ein bisschen von der Straße weg, und von Blutegeln auch nicht die kleinste Spur.

Die Kapelle, die ich im kommenden Jahr wohl nicht allzu selten besuchen werde

Ein kleines Häuschen, das direkt über einer Wellblechkapelle liegt wird mein neues Zuhause sein, gekocht wird über dem Feuer. Es ist das Missionarshaus des Schulleiters der Jesus Enfant School, eine Grundschule, die erst Anfang letzten Jahres aus der Hand der Diözese in die Hand der Jesuitenprovinz Darjeeling überging und an der ich jetzt als erster Volunteer tätig sein werde. Father Henry meint, er sei trotz seines Upgrades auf eine westliche Toilette, das er für mich durchgeführt hat, noch immer der am einfachsten lebende Jesuit der ganzen Provinz. Wenn schon einfacher Lebensstil, dann aber wohl richtig! Wobei er in näherer Zukunft einen Kühlschrank und vielleicht einen Fernseher kaufen möchte.

62 Kinder besuchen die Jesus Infant School


Bevor das Essen vom Feuerherd fertig war, schauten wir uns zunächst einmal die Schule an, die nur knapp drei Minuten Fußweg vom Haus entfernt ist. Ein kleines, aber gepflegtes Schulgebäude, in dem 62 Kinder (vom Kindergarten bis zur vierten Klasse) unterrichtet werden, erwartet uns. Genauso wie Tee. Überall hört man Musik und singende Kinder, die für die Wettbewerbe am Independence Day, dem ich noch einen separaten Eintrag widmen werde, proben. Soweit so gut, aber Virgil übersetzte mir die Texte….dazu mehr im anderen Beitrag.

Die Jesus Infant School bei dem Wetter, was wir hier bisher fast die ganze Zeit hatten und der Rücken Virgils


Nach dem Mittagessen verabschiedeten sich die anderen die mit mir gekommen waren um ab diesem Zeitpunkt hatten Fr. Henry und ich sein Reich für uns zwei. Jeden Morgen feiern wir Messe zu zweit (fragt nicht, ob er vorher alleine gefeiert hat, aber ich glaube schon), dann gibt es Roti mit Gemüse (entweder Kartoffeln oder Squash, etwas anders wächst hier zur Zeit nicht) und Honig zum Frühstück. Gegen viertel vor neun mache ich mich dann auf dem Weg zur Schule, Fr. Henry geht direkt nach dem Frühstück. Diese endet dann um viertel nach 3, dann trinken wir Tee, ruhen uns ein bisschen aus und essen irgendwann zu Abend – Roti mit Gemüse (entweder Squash oder Kartoffeln, etwas anderes wächst hier zur Zeit nicht) und Dahl. Dann setzen wir uns noch mit einem Tee in den Vorgarten und unterhalten uns wortwörtlich über Gott und die Welt.

So sehen Küche und Essen hier aus

Es gefällt mir auf dem Land!


Ich bin auf jeden Fall (bis jetzt) sehr glücklich und zufrieden hier und bin froh, dass mich die Jesuit Volunteers aufs Land und nicht in die Stadt geschickt haben. Ein ruhiges und leises Leben mit guter Luft ist doch wichtiger für mich, als die Verfügbarkeit von anderen Gemüsesorten und anderen Dingen des mutmaßlich alltäglichen Lebens.

Ein Bild, bei dem man die Landschaft zumindest erahnen kann. Doch bei gutem Wetter soll man auch Kanchenjunga sehen können

Freut euch auf weitere Posts von hier über meine ersten Tage und den Independence Day!


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